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Cholesterin und das liebe Ei

Rund ein Drittel der deutschen Bevölkerung zwischen 18 und 79 Jahren hat einen erhöhten Cholesterinspiegel. Das hat nicht immer etwas mit der Ernährung zu tun. Die Fakten im Überblick.

Was ist Cholesterin?

Cholesterin ist Baustein aller Zellen und Gewebe, unentbehrlich bei der Produktion von Gallenflüssigkeit, Hormonen und Vitamin D. Darüber hinaus unterstützt Cholesterin das Immunsystem und beeinflusst den Gemütszustand.

Cholesterinwerte

Der Großteil des Cholesterins wird vom Körper selbst produziert. Der Rest kommt aus der Nahrung, zum Beispiel aus dem Ei. Aber auch andere Lebensmittel wie Fleisch und Wurstwaren enthalten Cholesterin. Wird mit der Nahrung vermehrt Cholesterin zugefügt, drosselt der gesunde Körper die eigene Cholesterinproduktion, sodass die Cholesterinwerte im Blut nahezu konstant bleiben. Nahrungsmittelcholesterin hat beim gesunden Menschen daher nur einen geringen Einfluss auf die Cholesterinkonzentration im Blut. Diese wird vielmehr von der verzehrten Menge an Gesamtfett, insbesondere an gesättigten Fettsäuren beeinflusst. Nur bei einem geringen Teil der Menschen - den sogenannten Respondern - hat das Cholesterin aus der Nahrung genetisch bedingt einen Einfluss.

Das "gute" und "schlechte" Cholesterin

Cholesterin wird im Körper mit Hilfe von Proteinen wie dem LDL (Low Density Lipoprotein = "schlechte" Cholesterin) und dem HDL (High Density Lipoprotein = "gute" Cholesterin) transportiert. Die Aufgabe des LDL-Moleküls besteht darin, das Cholesterin von der Leber zu den Geweben zu transportieren. Mit 46 Prozent Cholesterin im Gepäck transportiert das LDL die größte Cholesterinmenge durch den Körper. Befindet sich nun mehr Cholesterin im Blut als die Zellen benötigen, besteht die Gefahr, dass ein Teil der Cholesterinfracht an den Arterienwänden kleben bleibt. Auf diese Weise könnten Ablagerungen entstehen, die zur Verengung der Arterien führen und letztlich zur Entstehung einer Arteriosklerose beitragen.

Einige wenige Menschen weisen einen genetischen Defekt auf, der den Cholesterinspiegel dauerhaft erhöht hält. In diesem Fall fehlt den Betroffenen ein Teil der Rezeptoren, die das Andocken des Cholesterins und damit die Aufnahme in die Zelle überhaupt erst ermöglichen. Daher verbleibt ein Großteil des Cholesterins im Blut, wodurch der Cholesterinspiegel permanent erhöht ist. Das HDL transportiert hingegen überschüssiges Cholesterin aus den Geweben und Blutgefäßen zurück zur Leber. Dort wird es dann teilweise zu Gallensäuren umgewandelt oder direkt als Cholesterin mit der Gallenflüssigkeit über den Stuhl ausgeschieden.

Eier und Cholesterin

CholesterinIm Hinblick auf den Cholesteringehalt der Eier empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), Eier maßvoll zu verzehren. Als Orientierung werden bis zu drei Eier pro Woche genannt. Dies beinhaltet auch die Eier, die in zubereiteten Speisen, also in Kuchen, Soßen oder Teigwaren enthalten sind.

 

 

 

Cholesterin in Zahlen

  • Empfohlene Cholesterinzufuhr pro Tag: circa 300 Milligramm/Tag (laut DGE, Deutsche Gesellschaft für Ernährung)
  • Cholesterinkonzentration im Blut: 200 Milligramm/Deziliter
  • Cholesterin im Ei: 220 Milligramm/Ei (Größe M)

Auf Grund der Tatsache, dass der Cholesterinspiegel im Blut beim gesunden Menschen unabhängig von der Höhe der Cholesterinaufnahme weitestgehend konstant bleibt, sind Ernährungsmaßnahmen diesbezüglich erst erforderlich, wenn der Blut-Cholesterinspiegel durch Erkrankung dauerhaft erhöht ist. Denn ein zu hoher Cholesterinspiegel ist ein Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Das Positive im Ei

Abgesehen vom Cholesterin, das ausschließlich im Eigelb vorhanden ist, enthält das Ei einige wichtige Inhaltsstoffe. Insbesondere glänzt das Ei durch sein biologisch wertvolles Eiweiß, das der Körper zu 100 Prozent für den Aufbau von körpereigenem Protein verwenden kann und deshalb als Referenzwert angesehen wird (biologische Wertigkeit). Das Ei enthält etwa acht Gramm Fett, das hauptsächlich im Eidotter steckt.

Außerdem enthält das Ei einige wichtige Vitamine (A, D, E, K, B1, B2 und Folsäure) und Mineralstoffe (Kalzium, Phosphor, Eisen, Natrium und Kalium). Vitamin A ist unter anderem von essentieller Bedeutung beim Sehvorgang. Die B-Vitamine werden für alle Stoffwechselfunktionen in unseren Körperzellen benötigt. Dort sind sie am Ab- und Umbau von Kohlenhydraten, Eiweißen und Fetten beteiligt. Zudem ist im Ei Lecithin und dessen Bestandteil Cholin enthalten, die weitere wichtige Funktionen im Körper übernehmen.