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Welche Haltungsformen bei Hühnern gibt es?

Es gibt verschiedene Haltungsformen von Legehennen – von der Öko-, Freiland-, Boden- bis hin zur Käfighaltung. Die Unterschiede im Überblick.

Huehnerhaltung"Ich wollt', ich wär' ein Huhn, ich hätt´ nicht viel zu tun" – von wegen. Deutsche Legehennen sind sehr fleißig, denn der Bedarf ist groß: 2016 verspeiste jeder Deutsche pro Kopf im Schnitt 235 Eier. Etwa 39 Millionen Legehennen werden in Deutschland zur Eierproduktion gehalten. Jährlich produzieren sie rund 12 Milliarden Hühnereier.

Nicht alle Hühner leben unter idealen Bedingungen, auch wenn in den letzten Jahren viel zum Schutz der Tiere unternommen wurde. 2010 wurden alle Legebatterien verboten. Fast 60 Prozent aller Hühner leben nach wie vor in engen Kleingruppenkäfigen.

Folgende Haltungsformen gibt es in Deutschland:

  • Kleingruppenhaltung
  • Bodenhaltung
  • Freilandhaltung
  • Ökologische Erzeugung

Wie unterscheiden sich die Haltungsformen von Hühnern?

Kleingruppenhaltung

Hier leben die Hühner in Kleingruppen. Ein warmes Dämmerlicht beleuchtet den Käfig. Die Temperatur im Käfig ist optimal an die Bedürfnisse der Hühner angepasst. Gefüttert wird automatisch über Futterrinnen und Nippeltränken. Zwischen acht und neun Hennen teilen sich zusammen einen Quadratmeter Käfig. Durch den Rost des Käfigbodens kullern die Eier nach dem Legen auf ein Fließband und werden so eingesammelt. Auch der Kot verschwindet durch den Rost, was die Infektionsgefahr sehr gering hält.

Bodenhaltung

Hier leben die Hühner in einem geschlossenen, vollklimatisierten Stall. Das hat den Vorteil, dass es keine Tierverluste durch Greifvögel oder Raubtiere gibt. Je nach Größe der Scharrfläche teilen sich sieben bis neun Hennen gemeinsam etwa einen Quadratmeter. Die Hühner können sich frei im Stall bewegen. Zum Teil sind im Stall bis zu vier Ebenen übereinander angeordnet, die aus Sitzstangen und höher gelegenen Laufflächen bestehen. Neben den Gitterböden gibt es Einstreubereiche aus Sand, Stroh und anderen natürlichen Materialien. Die Eier werden in Nester gelegt.

Freilandhaltung

Hier leben die Hennen in einem Stall mit Sitzstangen zum Schlafen und einem zusätzlichen Außengelände. Es gibt im Hühnerhaus vorbereitete Nester auf maximal vier Etagen. Die Hennen haben in ihrem Stall natürliches Licht. Am Boden finden sie Stroh und Einstreu zum Scharren, Sandbaden und zur Gefiederpflege. Jeder Henne stehen mindestens acht Quadratmeter zur Verfügung. Es gibt Küken, Glucken und einen Hahn. Die Kosten sind in der Freilandhaltung relativ hoch: Aufgrund ihrer Bewegung brauchen die Hühner mehr Futter. Im Vergleich zu ihren Boden- und Käfigkollegen legen sie weniger Eier, die dann von Hand eingesammelt werden müssen. Hinzu kommt die zeitintensive Pflege des Stalls und der Freilandflächen. Die Tiere werden im Freien manchmal von Raubvögeln erbeutet und häufiger krank.

Ökologische Erzeugung

Die ökologische Haltung entspricht der Öko-Verordnung der Europäischen Union und ähnelt der Freilandhaltung. Ein Ökobetrieb darf maximal nur 3.000 Legehennen halten. Im Stall haben sie ihre Nester, es gibt Einstreu zum Scharren und natürliches Licht. Jede Henne hat eine eigene Sitzstange mit 18 Zentimeter Länge. Im Außengelände können sich die Hühnerdamen, Küken und der Hahn frei bewegen. Für jedes Huhn sind vier Quadratmeter vorgesehen. Das Futter ist ökologisch und stammt möglichst aus dem Betrieb. Die Pflege von Stall und Freilandfläche ist aufwändig, die Futterkosten sind hoch. Die Eier müssen von Hand eingesammelt werden und die Bedrohung durch Fressfeinde ist allgegenwärtig.