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Direktsaft, Fruchtsaftkonzentrat & Co.: Welche Arten von Fruchtsaft gibt es?

Was ist der Unterschied zwischen Frischsaft, Direktsaft, Fruchtsaft aus Fruchtsaftkonzentrat oder Fruchtnektar? Wer im Supermarkt am Saft- oder Kühlregal entlangschlendert, findet viele Säfte mit unterschiedlichen Bezeichnungen.

Was all diese Bezeichnungen zu bedeuten haben und was sie über die Qualität eines Saftes aussagen:

Frischsaft

Frischsaft wird zu 100 Prozent aus Früchten frisch gepresst. Wichtig für den Geschmack ist die Qualität der Früchte. Je Liter Saft werden rund zwei Kilogramm frische Früchte verwendet. Wer selbst presst, muss wissen: Unbehandelte Frischsäfte sind nicht pasteurisiert und sollten immer gekühlt gelagert und innerhalb von wenigen Stunden verbraucht werden. Nur dann bleiben die vielen gesunden Vitamine und Nährstoffe voll erhalten.

Kühlfrischer Direktsaft

Kühlfrischer Direktsaft besteht ebenfalls zu 100 Prozent aus Früchten, die im Ernteland direkt weiterverarbeitet wurden. Um die Haltbarkeit des Direktsaftes zu verlängern, wird er während des Verarbeitungsprozesses schonend pasteurisiert. Anders als beim ungekühlten Direktsaft wird der kühlfrische Direktsaft nur wenig erhitzt. Aus diesem Grund halten sich kühlpflichtige Direktsäfte nur bis zu sieben Wochen. Wichtig ist, dass der Direktsaft von der Pressung bis zum Verzehr permanent gekühlt wird.

Ungekühlter Direktsaft

Auch im ungekühlten Direktsaft stecken zu 100 Prozent Früchte, die im Ursprungsland direkt nach der Ernte sofort weiterverarbeitet werden. Der ungekühlte Direktsaft wird bis auf rund 80° bis 90° Celsius erhitzt. Dadurch bleiben die natürlichen Aromen und Vitamine im Saft erhalten. Gleichzeitig wird der Gärungsprozess gestoppt. Der verlangsamte Gärungsprozess ermöglicht eine deutlich längere Haltbarkeit. Ungekühlter Direktsaft hält sich mindestens 12 Monate, ohne dass der Saft gekühlt werden muss. Nach dem Öffnen sollte der Saft allerdings im Kühlschrank aufbewahrt und innerhalb weniger Tage ausgetrunken werden.

Fruchtsaft aus Fruchtsaftkonzentrat  

Fruchtsaft aus Fruchtsaftkonzentrat besteht aus 100 Prozent Frucht. Nach dem Pressen der Früchte wird der Saft konzentriert. Dabei werden dem Saft das Wasser entzogen und die Aromen isoliert. Der Saft verliert so bis zu 80 Prozent an Volumen. Das Konzentrat und die Aromen werden anschließend getrennt ins Abfüllwerk gebracht. Die Transportkosten des Konzentrats sind aufgrund des signifikant geringeren Volumens deutlich günstiger als beim Direktsaft. Im Abfüllwerk werden dem Konzentrat innerhalb der Weiterverarbeitung das Wasser und die natürlichen Aromen wieder zugegeben.

Mit welchen Früchten werden hundertprozentige Fruchtsäfte hergestellt?

Reine Fruchtsäfte werden aus folgenden Fruchtarten produziert: Orange, Apfel, Grapefruit, Traube, Birne, Ananas, Mandarine oder Tomate. Fruchtsäfte gibt es auch als Mischung in Form von Mehrfruchtsäften und Multivitaminfruchtsäften.

Fruchtnektare

Fruchtnektare werden aus eher säurehaltigen Früchten wie zum Beispiel Beeren oder Sauerkirschen oder Früchten mit viel festem Fruchtfleisch wie Bananen hergestellt. Für ein dennoch saftig süßes Geschmackserlebnis wird den Säften während der Verarbeitung Wasser, und häufig Zucker oder Honig zugefügt. Eine Zugabe von Farb- und Konservierungsstoffen ist dagegen nicht erlaubt. Je nach Sorte muss der Fruchtgehalt bei Nektaren laut der deutschen „Fruchtsaft- und Erfrischungsgetränkeverordnung“ mindestens 25 bis 50 Prozent betragen. Beispiele für Fruchtnektare sind Aprikosennektar, Bananennektar, Erdbeernektar, Johannisbeernektar, Mangonektar, Pfirsichnektar, Sanddornnektar oder Sauerkirschnektar.

Fruchtsaftschorlen

Fruchtsaftschorlen sind Erfrischungsgetränke. Sie enthalten Fruchtsaft, Fruchtmark oder Mischungen daraus. Fruchtsaftschorlen sind keine reinen Säfte. Ihnen wird Mineralwasser und Kohlensäure hinzugefügt. Beispiele für Fruchtsaftschorlen sind Apfelsaftschorle, rote Fruchtsaftschorlen und Mehrfruchtsaftschorlen.

Fruchtsaftgetränke

Fruchtsaftgetränke enthalten nur geringe Mengen Fruchtsaft, Fruchtmark oder Mischungen aus beidem. Sie bestehen hautsächlich aus Wasser und zählen damit ebenfalls zu den Erfrischungstränken. Durch die Zugabe von natürlichen Aromen, Zucker oder Süßungsmittel und Genusssäuren wird der Geschmack und die Frische des Saftes gefördert. Einigen Fruchtsaftgetränken wird Kohlensäure zugegeben, das macht den Saft spritziger. Der meist geringe Fruchtgehalt variiert je nach Fruchtsorte und liegt zwischen sechs Prozent bei Zitrusfrüchten und 30 Prozent bei Kernobst. Wer also auf der Suche nach „flüssigem Obst“ ist, sollte sich das Etikett genau durchlesen.

Frischetipp: Reine Fruchtsäfte werden ohne Zuckerzusätze, ohne Konservierungsstoffe und ohne Farbstoffe hergestellt. Alle hundertprozentigen Säfte gehören deshalb nach dem Öffnen in den Kühlschrank und sollten innerhalb von drei Tagen verzehrt werden.

Quelle: Verband der deutschen Fruchtsaft-Industrie e. V.