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Die Kulturgeschichte der Zitrusfrüchte

Zitrusfrüchte (Fachwort Agrumen) stammen aus Südostasien. Orangen, Zitronen, Mandarinen, Pampelmusen und Grapefruits zählen zu den ältesten Obstsorten der Welt. Nach Europa fanden sie nur über Umwege. Ihre ursprüngliche Heimat liegt in China, Indien oder dem malaiischen Archipel. Zitruspflanzen gehören zur Familie der Rautengewächse. Wegen ihrer leckeren Früchte wurden sie schon sehr früh kultiviert. In China wurden Wildformen der Orange bereits vor 4.000 Jahren angebaut. Bis eine genießbare Form der Orange auf dem europäischen Esstisch landete, dauerte es allerdings eine ganze Weile. Heute hat die Orange Klassikerstatus unter den Früchten. Jeder Deutsche isst im Schnitt sechs Kilogramm Orangen pro Jahr.

Zitrusfrüchte in der Antike

Auf seinem Asienfeldzug entdeckte der antike makedonische König Alexander der Große die Zitrusfrüchte. Bereits 330 Jahre vor Christus hatte er auf der Rückreise einen Verwandten der heutigen Zitrone im Gepäck. Wegen ihrer medizinischen Wirkung wurden die importierten Zitronenbäumchen schon in der Antike geschätzt. Denn ihnen wurde nachgesagt, dass ihr hoher Gehalt an Vitamin C die Abwehrkräfte stärkt und bei Erkältungskrankheiten, Fieber und ernährungsbedingten Mangelerscheinungen hilft.

Wie kamen die Zitrusfrüchte nach Europa?

Es dauerte etwas, bis auch andere Völker die Zitrusfrüchte für sich entdeckten. Im 10. Jahrhundert reiste die Bitterorange (Citrus auratium) mit arabischen Kaufleuten zunächst nach Afrika. Von dort aus gelangten sie über Umwege im 12. und 13. Jahrhundert nach Sardinien, Sizilien und Spanien. Mit unserer Südfrucht hatten diese Früchte nichts gemein. Die Früchte waren noch sehr bitter und nicht essbar. Die Menschen schätzten sie trotzdem. Die anregenden ätherischen Öle der Bitterorange eigneten sich hervorragend als Parfüm. Der Verzehr der bitteren Früchte sollte ewiges Leben schenken. Erst im 15. Jahrhundert wird die süße Variante der Orange (Citrus cinensis) in Quellen erwähnt.

Zitrusfrüchte: Eine Erfolgsgeschichte in mehreren Etappen

Ende des 15. Jahrhunderts reiste die Zitrusfrucht weiter nach Amerika. Möglicherweise hatte Christopher Kolumbus persönlich auf seiner zweiten Reise in die Karibik Orangensamen im Gepäck. Spätestens 1650 wurden in Florida die ersten Orangenplantagen angelegt. Von Amerika gelangten die Zitrusfrüchte wiederum über portugiesische Seeleute zurück nach Europa. In Europa wurden sie nun in eigens für sie errichteten Gewächshäusern, den Orangerien und in Ziergärten als Zierpflanzen angebaut, weil sie so gut rochen und hübsch aussahen. Im 17. Jahrhundert züchteten die Portugiesen die ersten essbaren Zitrusfrüchte und exportierten sie nach ganz Europa. Erst in dieser Zeit nahm der Orangenhandel in Europa Fahrt auf und das Wort „Apfelsine“ bürgerte sich in der deutschen Sprache ein. Zitrusfrüchte waren nicht nur als Frischobst begehrt. Sie wurden auch zur Herstellung von Marmeladen und Saft verwendet.

 

Zitrusfrüchte: Wo werden heute Orangen angebaut?

Heute zählt die Orange zu einer der am häufigsten angebauten Zitruspflanzenarten. Zu den größten Orangenproduzenten zählen die USA (Kalifornien und Florida) und Brasilien. Im Mittelmeerraum werden Orangen hauptsächlich in Spanien, Italien, Marokko und Israel angebaut.