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Milch aus ökologischer Landwirtschaft

Milch aus ökologischer Landwirtschaft schont die Ressourcen und berücksichtigt das Tierwohl. Die Tiere haben im Stall und auf der Wiese mehr Auslauf und bekommen ausschließlich Biofutter. In Deutschland erkennen Sie Bio-Milch am einheitlichen Bio-Siegel. Verpflichtend für vorverpackte Lebensmittel aus der EU mit Bio-Hinweis ist das EU-Bio-Logo. Eine Ergänzung mit dem deutschen Bio-Siegel ist freiwillig. Beide Siegel kennzeichnen, dass ein Produkt nach den EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau produziert wurde. In Deutschland gibt es außerdem verschiedene Verbände, die in ihren Richtlinien über diese EU-Standards hinausgehen. Produkte, die solchen Bio-Standards entsprechen, tragen zusätzlich das jeweilige Verbandslogo.

Immer mehr Verbraucher in Deutschland legen Wert auf eine artgerechte Tierhaltung und Fütterung. Im Jahr 2018 lag der Bio-Anteil an der gesamten Milchanlieferung bereits bei 3,52 Prozent. 2019 stieg der Bio-Anteil im Vergleich zu konventionell erzeugter Milch erneut kräftig an.

Kühe

Worum geht es in der ökologischen Landwirtschaft?

Die ökologische Landwirtschaft ist eine alternative Form der Landwirtschaft. Ihr Ziel ist die Produktion hochwertiger und gesunder Lebensmittel. Im Vordergrund stehen die artgerechte Tierhaltung und Fütterung sowie der Schutz der Ressourcen und der Umwelt. Um diese Ziele zu erreichen, müssen einige Grundprinzipien beachtet werden:

  • nachhaltige Förderung der Bodenfruchtbarkeit,
  • vorbeugender Pflanzen- und Grundwasserschutz,
  • Verzicht auf chemisch-synthetische Stickstoff-Düngemittel und Spritzmittel,
  • Vermeidung von Abfällen durch die Rückführung von Nährstoffen in den Kreislauf,
  • Verbot von Gentechnik,
  • Einsatz standortangepasster Pflanzensorten und Tierrassen,
  • an die Betriebsflächen angepasste tiergerechte Haltung und Fütterung,
  • bevorzugt regionale Zusammenarbeit.

Hier fühlen sich Kühe und Ziegen tierisch wohl

Artgerechte Tierhaltung bei Kühen und Ziegen

KüheZiegen

In der ökologischen Landwirtschaft werden in der Regel nur so viele Tiere gehalten, wie von den hofeigenen Feldern und Weiden ernährt werden können. Die flächengebundene Tierhaltung sorgt dafür, dass der Boden nicht überdüngt wird. Grundsätzlich fühlen sich die Tiere wohler und sie sind widerstandfähiger. Das gehört zu einer artgerechten Tierhaltung:

  • Die arteigenen Verhaltensweisen sollen so weit wie möglich berücksichtigt werden.
  • Die Tiere bekommen ausreichend Bewegungsmöglichkeit und kommen auf die Weide, wann immer es geht. So können die Kühe und Ziegen ihren Bewegungsdrang und ihre Instinkte ausleben.
  • Auch der Stall muss sich an diesen Maßgaben orientieren. Dazu gehören z. B. Sozialkontakt-, Fress- und Rückzugsmöglichkeiten.
  • Idealerweise hat jede Kuh einen eigenen Fress- und Liegeplatz, der mit Spelzen, Stroh oder Sägemehl eingestreut ist. Ziegen finden im Stall in Liegenischen ihre Ruhe.
  • Die Wahl der Rasse ist auf Bio-Höfen den jeweiligen Standortbedingungen angepasst.

Ökologische Tierfütterung bei Kühen und Ziegen

Kühe und Ziegen erhalten in der ökologischen Landwirtschaft soweit möglich direkt am Standort erzeugtes Futter ökologischer Herkunft:

  • Kühe bekommen im Bio-Landbau einen hohen Anteil an Grundfutter zu fressen. Dazu zählen Grünfutter (Gras), Heu und Silage. Das ist nicht nur artgerechter, es erhöht zudem den Anteil an Omega-3-Fettsäuren im Milchfett. Das Futter darf keine Wachstumsförderer und gentechnisch veränderte Bestandteile enthalten. Nicht erlaubt sind außerdem Futtermittelzusätze, die Krankheiten vorbeugen.
  • Ziegen sind neugierige und aktive Tiere. Auf einer Ziegenweide muss ziegengerechtes Futter wachsen. Neben Gras bevorzugen Ziegen Gehölze als Futtergrundlage. Im Winter erhalten sie Heu, Silage und Kraftfutter.

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